Schließung des Marienhospitals Letmathe

Herrn Landrat
Thomas Gemke

Lüdenscheid, den 13.6.2019

Sehr geehrter Herr Landrat,

zum Tagesordnungspunkt „Märkische Kliniken GmbH – Zukunft des Marienhospitals Letmathe“
des Kreisausschusses und des Kreistages bitten wir über folgenden Antrag beraten und abstimmen zu lassen:

Antrag:

Der Beschluss zur kurzfristigen Schließung des Marienhospitals Letmathe wird ausgesetzt.

Bis zur Beschlussfassung in einer der nächsten Sitzungen des Kreisausschusses/Kreistages sind Gespräche mit benachbarten Krankenhäuser zu führen, ob im Rahmen einer Schließung Kooperationen oder andere Versorgungsmodelle wie z.B. die Einrichtung eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in den Räumlichkeiten des Marienhospitals möglich sind.

Die Verwaltung des Märkischen Kreises sowie die Geschäftsführung der Märkischen Kliniken werden beauftragt für die nächste Sitzung des Kreisausschusses/Kreistages vor dem Hintergrund der bis 2017 positiven Teilbilanz der Märkischen Kliniken- Marienhospital Letmathe folgende Fragen ausführlich zu beantworten:

  1. Das Marienhospital Letmathe verfügt über ein hochspezialisiertes Team um Schlaganfallpatienten
    akut versorgen zu können. Die Aufnahme und Versorgung von Schlaganfallpatienten
    ist derzeit nicht mehr möglich, weil einzelne Fachdisziplinen nicht mehr zur Verfügung gestellt
    werden.
    Warum wurde das fehlende Fachpersonal nicht bereitgestellt, obwohl es nur noch in Hemer und
    Menden aufnahmefähige Krankenhäuser gibt?
  2. Ein weiterer Vorschlag war die Spezialisierung im Bereich der Palliativmedizin.
    Warum wurde das entsprechende Personal nicht zugebilligt?
  3. Seit geraumer Zeit werden im Marienhospital Letmathe fehlende Ärzte nicht mehr ausgeglichen.
    Auch sog. Freelancer wurden nicht mehr zugewiesen.
    Der Psychologe für eine Multimodale Schmerztherapie wurde nicht eingesetzt.
    Durch diese Vorgehensweise musste eine Station geschlossen werden und das Krankenhaus
    konnte nicht mehr in der gewohnten Weise als Notfallkrankenhaus angefahren werden.
    Ist die Personalausdünnung als Vorgriff auf eine angedachte Schließung des Krankenhauses vor-
    genommen worden?
    Warum wurde das Konzept zur perspektivischen Weiterentwicklung der Chirurgie nicht
    umgesetzt?
  4. Nach der Schließung des Krankenhauses Elsey stieg die Zahl der Patientenaufnahmen im
    Krankenhaus Letmathe stark an. Dies musste mit dem vorhandenen Personal bewältigt werden.
    Welche Perspektive zur Reduzierung der Arbeitsüberlastung wurde den Ärzten und dem Pflege-
    personal signalisiert, um qualifiziertes Personal zu halten und neues zu akquirieren?
    Warum wurde für das Anwerben von Personal die Zahlung von Prämien nicht in Betracht
    gezogen?
  5. Die Schließung der Cafeteria des Marienhospitals Letmathe vor ca. 1 ½ Jahren hat zu einer
    weiteren Negativspirale beigetragen. Als vorübergehender Ersatz wurden weder entsprechende
    Getränkeautomaten noch Snackautomaten bereitgestellt.
    Warum wurden keine geeigneten Maßnahmen ergriffen, um den Mangel zu beseitigen?

Mit freundlichen Grüßen
gez. Renate Oehmke
Fraktionsvorsitzende



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