Impfen ist ein Gebot der Solidarität

Regelmäßig wird über eine Masern-Impfpflicht in Deutschland diskutiert. Masern sind eine gefährliche Infektionskrankheit, die zu schweren bleibenden Gesundheitsschäden oder sogar zum Tod führen kann. Klar ist für uns: Impfen ist ein Gebot der Solidarität. Impfungen dienen nicht nur dem persönlichen Schutz, sondern sie schützen die Bevölkerung insgesamt vor größeren Infektionsausbrüchen und sie schützen auch kranke Menschen, die nicht geimpft werden dürfen. Ein Problem mit gesunkenen Impfquoten gibt es allerdings nicht bei den Kindern, sondern bei Erwachsenen. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, eine Impfquote von mindestens 95 Prozent, wird für die Masern-Erstimpfung in Deutschland erreicht. Sie lag nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts bei 97,4 Prozent und bei der Masern-Zweitimpfung bei 93,6 Prozent.

Die Impfquote von eingeschulten Kindern ist in den vergangenen 25 Jahren um fast 30 Prozentpunkte auf 92,9 Prozent angestiegen und steigt weiter. Hier besteht zwar Handlungsbedarf, um die verbleibene Impflücke zu schließen, die Situation ließe sich jedoch bereits durch mehr Aufklärung und Information verbessern. Beispielsweise könnten die kommunalen Gesundheitsämter mit mehr Personal auf Elternabenden in Kitas und Schulen über das Impfen aufklären und dabei auch Erwachsene erreichen.

Bei den über 30-jährigen sind die Impflücken allerdings bedenklich und liegen bei über 50 Prozent. Es ist aber kaum vorstellbar, wie eine Impfpflicht für Erwachsene durchgesetzt werden könnte. Stattdessen sollten offensiv niedrigschwellige Lösungen angeboten werden: Der Öffentliche Gesundheitsdienst könnte zum Beispiel in Betrieben aufklären und impfen genauso wie Kinderärzte, die Kinder impfen, auch die Eltern gleich mitimpfen könnten. Außerdem könnte die Pflicht zur Impfberatung von Ärztinnen und Ärzten gestärkt werden. Mit diesen Maßnahmen wollen wir die Impfquoten bei Masern auf mindestens 95 Prozent erhöhen und die Impflücken schließen.

Quelle: https://www.gruene.de/artikel/impfen-ist-ein-gebot-der-solidaritaet



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