Erfolgreicher Grüner Stammtisch in Schalksmühle – Windkraft als zentrales Thema
Am 17. Oktober 2024 fand der Grüne Stammtisch von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Märkischen Kreis im Gasthaus „Haus Zum Nöckel“ in Schalksmühle statt. Etwa 30 Teilnehmer*innen versammelten sich, um sich über die Energiewende und insbesondere den Ausbau der Windkraft auszutauschen. Die Veranstaltung, die von einer offenen und engagierten Atmosphäre geprägt war, bot sowohl informative Beiträge als auch lebhafte Diskussionen.
Hochkarätige Gäste boten fachliche Einblicke
Zu den geladenen Gästen gehörten Klaus Brunsmeier vom BUND NRW, Gerd Clever, Organisator des Energiestammtisches Halver, und der Landtagsabgeordnete Dr. Gregor Kaiser. Sie gaben den Anwesenden wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand der Planungen für erneuerbare Energien insbesondere auch in Hinblick auf die Regionalplanung und beleuchteten die Chancen, die der Ausbau der Windkraft sowohl für den Klimaschutz als auch für die lokale wirtschaftliche Entwicklung bietet.
Klaus Brunsmeier erläuterte die Schnittstelle zwischen gesetzlicher Rahmenplanung und der Umsetzung in den Kommunen. Er betonte, dass die aktuellen gesetzlichen Vorgaben, wie das neue Wind-an-Land-Gesetz, den Ausbau der Windkraft erheblich vorantreiben können, wenn Kommunen die Chancen richtig nutzen: „Die Stimmung für Windkraft wird immer positiver. Erst Recht, wenn die Bürger*innen beteiligt werden.“ Einen Schub soll der Ausbau der Windenergiegewinnung durch das neue „Windenergie-an-Land-Gesetz“ erhalten, das im Februar 2023 in Kraft trat. Darin werden den Ländern Flächenziele für den Ausbau der Windenergie vorgegeben. Denn bislang sind bundesweit nur 0,8 Prozent der Landesfläche für Windkraftanlagen an Land ausgewiesen, wovon allerdings nur 0,5 Prozent tatsächlich verfügbar sind. Bis Ende 2032 müssen die Länder zwei Prozent der Bundesfläche für die Windenergie ausweisen. Brunsmeier hob hervor, dass die Regionalplanung in Südwestfalen gut voranschreite und das Flächenziel aus der 2. LEP-Änderung von 13.186 ha für Südwestfalen schon im Jahre 2025 erreicht wird.
Dr. Gregor Kaiser, selbst Waldbesitzer, verwies auf die Möglichkeit, Kalamitätsflächen – also durch Schädlinge oder Stürme geschädigte Waldflächen – für den Ausbau der Windkraft zu nutzen. Dies könne nicht nur zur Energiegewinnung beitragen, sondern auch eine wirtschaftliche Perspektive für Waldbesitzer schaffen.
Überraschende Einsichten aus der Region
Gerd Clever, der den Energiestammtisch in Halver organisiert, stellte Berechnungen vor, wie sie für Halver beispielhaft erstellt wurden. Diese zeigten, dass der Energiebedarf für Halver schon mit einer Kombination aus Photovoltaik und zehn Windkraftanlagen gedeckt werden könnte. „Es war für uns alle überraschend, dass die Energiewende mit relativ wenig Aufwand machbar ist“, sagte Clever. „Wichtig ist, ein klares Konzept zu präsentieren und umfassend zu erklären. Das schafft Vertrauen.“ Er fügte hinzu, dass auch berücksichtigt werden müsse, dass die Windkraftanlagen immer effektiver arbeiten, da es hier große technologische Fortschritte gibt.
Bürgerbeteiligung als Schlüssel zum Erfolg
Einigkeit herrschte unter den Gästen darüber, dass die Bürgerbeteiligung eine zentrale Rolle beim Ausbau der Windkraft spielt. Nur durch Transparenz und die Einbindung der Bürger*innen könne die Akzeptanz für erneuerbare Energieprojekte gesteigert werden. Das „Bürgerenergiegesetz des Landes NRW, das am 1.1.2024 in Kraft getreten ist, schreibt unter anderem vor, dass Bürger*innen und Kommunen an den Erlösen der Windkraftanlagen beteiligt werden, was als entscheidender Schritt in die richtige Richtung gesehen wurde. Brunsmeier erklärte dazu: „Kommunen sollten zusätzlich zur Regionalplanung auf eine Positivplanung setzen und auch bestehende Projekte genau prüfen, um sicherzustellen, dass sie naturverträglich und bürgerfreundlich umgesetzt werden.“ Wichtig sei auch, die Projektierer rechtzeitig auf die Bürgerbeteiligung anzusprechen.
Diskussion um die Dunkelflaute
Fragen kamen aus der Diskussionsrunde auch zur sogenannten „Dunkelflaute“, also Zeiten, in denen weder Wind weht noch Sonne scheint. Brunsmeier relativierte die Sorge um den Mythos: „Dunkelflaute: Das können sich die Menschen vorstellen, dass es dunkel ist und kein Wind weht. Aber wir sind jederzeit in ein deutsches und europäisches Stromnetz eingebunden, wo ein ständiger Austausch von Strom stattfindet. Irgendwo weht immer Wind, scheint gerade die Sonne oder es können erhebliche zusätzliche Kapazitäten aus großen Pumpspeicherbecken in Norwegen, Österreich oder der Schweiz sofort zugeschaltet werden Diese Aussage verdeutlichte, dass die Versorgungssicherheit auch bei ungünstigen Wetterbedingungen gewährleistet werden kann.
Zukunftsperspektiven und Ausblick
Die Diskussion zeigte, wie wichtig es ist, lokale und regionale Lösungen für die Energiewende zu entwickeln und dabei die Bürger*innen frühzeitig einzubinden. Die Grünen in Schalksmühle wollen die Gespräche in zukünftigen Stammtischen fortführen, um gemeinsam mit der Bevölkerung konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Energieversorgung zu erarbeiten.
Der Grüne Stammtisch in Schalksmühle war ein Beispiel dafür, wie konstruktive Gespräche und Expertenwissen dazu beitragen können, die Energiewende in der Region voranzutreiben. Die Teilnehmer*innen verließen die Veranstaltung mit einem klaren Verständnis dafür, welche Schritte notwendig sind, um den Ausbau der Windkraft zu fördern und die Klimaziele zu erreichen.






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