Wir schaffen klare Regeln in der Drogenpolitik statt zu kriminalisieren

Es ist ein Schwarzmarkt für illegale Drogen entstanden, auf dem keine Regeln gelten und Jugendliche und Kinder nicht geschützt sind. Das zeigt: Die repressive Drogenpolitik ist gescheitert. Drogenkonsumentinnen und -konsumenten zu verfolgen, bindet bei Polizei und Staatsanwaltschaften Personal. Personal, das beispielsweise bei der Aufklärung von Wohnungseinbrüchen oder beim Schutz vor Terrorismus fehlt.

Viele mit dem illegalen Drogengebrauch verbundene gesundheitliche Risiken wie gefährliche Infektionskrankheiten, Verunreinigungen und Überdosierungen sind eigentlich Folgen der Kriminalisierung, nicht der jeweiligen Substanzen. Verunreinigte, mehrfach benutzte Spritzen übertragen Infektionen. Die Wirkstoffkonzentrationen schwanken zwischen fünf bis 60 Prozent. Dealerinnen und Dealer mischen unter die Drogen alle möglichen Substanzen von Glas über Mehl bis hin zu Blei, um das Volumen zu erhöhen und mehr Geld zu verdienen. Vor einigen Jahren war Heroin mit dem Milzbranderreger Anthrax versetzt. Kontrollen gibt es keine auf dem Schwarzmarkt. International hat die repressive Drogenpolitik Staaten wie etwa Mexiko und ganze Regionen in Afrika und Südamerika destabilisiert und zu schweren Menschenrechtsverletzungen geführt.

Grüne Drogenpolitik beruht auf den drei Säulen Prävention, Regulierung und Schadensminderung. Wir setzen auf glaubwürdige Prävention und wollen die Selbstverantwortung mündiger Erwachsener stärken. Kinder und Jugendliche schützen wir mit unserer Politik wirksam vor Drogen, die Werbung für Drogen soll beschränkt werden. Wer verantwortungslos Drogen wie Alkohol, Cannabis oder Tabak an Kinder oder Jugendliche verkauft, muss bestraft werden.

Wir wollen das Selbstbestimmungsrecht der Menschen schützen und die gesundheitlichen Risiken verringern, die mit dem – übermäßigen bzw. gesundheitlich riskanten – Drogenkonsum verbunden sind. Menschen, die Drogen gebrauchen, dürfen nicht länger kriminalisiert werden. Psychoaktive Substanzen sollen nach ihren gesundheitlichen Risiken reguliert werden. Ideologie ist fehl am Platz. Ausschlaggebend sollen allein die gesundheitlichen Risiken sein, die ein regelmäßiger Konsum dieser Substanzen mit sich bringt.

Abhängige und andere Menschen mit riskantem Drogengebrauch brauchen unsere Hilfe und unsere Akzeptanz. Ihnen sollen eine gute Gesundheitsversorgung und wirksame Behandlungsmöglichkeiten bereit stehen. Drogenkonsumentinnen und -konsumenten müssen sicher sein können, dass ihre Drogen nicht verunreinigt sind.

Schon gewusst?

Quelle: http://www.gruene.de/programm-2017/a-bis-z/wir-schaffen-klare-regeln-in-der-drogenpolitik-statt-zu-kriminalisieren.html



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