Wir kämpfen für eine gerechte Globalisierung

1,3 Milliarden Menschen leben weltweit noch immer in extremer Armut. Die Mehrzahl davon sind Frauen und Kinder. Die globale Ungleichheit nimmt zu. Trotz anhaltenden Wirtschafswachstums in den vergangenen 15 Jahren ist die Zahl der armen Menschen in Afrika um 50 Millionen Menschen gestiegen. Mit 67,7 Millionen Flüchtlingen weltweit sind so viele Menschen wie nie zuvor gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die Klimakrise verstärkt Hunger und Flucht. Ostafrika etwa ist von der schlimmsten Dürre seit fünfzig Jahren getroffen. Das Klimaphänomen „El Nino“ hat im vergangenen Jahr die Ernten vernichtet. Lebensmittel sind knapp und deshalb teuer.

Alle Menschen sollen in Frieden und Würde leben können. Das kann nur gemeinsam und mit einer weltweiten sozial-ökologischen Modernisierung der Wirtschaft gelingen. Wir wollen die Globalisierung gerecht und den Welthandel fair gestalten. Dazu wollen wir die Menschenrechte durchsetzen und die Armut verringern. Gerechtigkeit und Demokratie wollen wir voranbringen. Voraussetzung ist auch, das Klima zu schützen und die natürlichen Ressourcen und die biologische Vielfalt auf unserer Erde zu erhalten. Das gilt besonders für Deutschland, das wir Grüne wieder zum Vorreiter im Klimaschutz machen wollen. Gleichzeitig brauchen wir inklusives Wachstum, das auch den armen Menschen zu Gute kommt und mehr Engagement für die am wenigsten entwickelten Länder und von Konflikten betroffene Staaten.

Wir verstehen Entwicklungspolitik als globale Strukturpolitik. Wir wollen einen Rat für Menschenrechte Nachhaltigkeit und Frieden einführen, der relevante Gesetzesvorhaben prüft. Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Klimaschutz brauchen verlässliche Finanzierung. Deshalb werden wir dafür jedes Jahr zusätzliche 1,2 Milliarden Euro und weitere 800 Millionen Euro für den internationalen Klimaschutz separat bereitstellen. Die Mittel werden wir bis 2021 auf 0,7 Prozent unserer Wirtschaftsleistung anheben ohne dabei die Flüchtlingskosten im Inland einzurechnen.

Wir setzen auf eine ökologische Agrarwende statt auf Gift und Gentechnik. Die Klima- und Entwicklungsgelder sollen weltweit zu einer Energie- und Agrarwende beitragen, Bildung sowie soziale Sicherungssysteme ausbauen, gute Arbeit möglich machen und zur Friedensentwicklung beitragen. Den Ärmsten soll es damit möglich sein, die Folgen der Klimakrise abzufedern.

Die globalen Probleme können nur gemeinsam gelöst werden. Deshalb wollen wir die multilaterale Zusammenarbeit deutlich stärken, um mit der Europäischen Union und den Vereinten Nationen mehr Wirkung für Entwicklung zu erzielen.

Schon gewusst?

Quelle: http://www.gruene.de/programm-2017/a-bis-z/wir-kaempfen-fuer-eine-gerechte-globalisierung.html



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