Geburtshilfe stärken ­­– Hebammenberuf sichern

Immer mehr Hebammen
geben ihren Beruf aufgrund von unzumutbaren Versicherungskosten,
schlechter Bezahlung und unzureichenden Arbeitsbedingungen auf. Der
steigende Hebammenmangel macht sich nicht nur während der
Schwangerschaft, sondern später auch bei der Geburt bemerkbar.
Kreißsäle sind häufig überfüllt und Hebammen müssen oft mehrere
Geburten gleichzeitig betreuen. Das belastet sowohl Gebärende und
ihre Familien, als auch Hebammen.

Damit
Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung für Frauen und ihre
Familien gewährleistet werden, wollen wir Hebammen in ihrer
verantwortungsvollen Berufsausübung stärken, den Beruf strukturell
aufwerten, damit attraktiver machen und so den Berufsstand der
Hebammen erhalten.

So wollen wir den Hebammenberuf stärken

  1. Wir setzen uns für eine bessere und angemessene Bezahlung ein, die alle Tätigkeiten berücksichtigt und der großen Verantwortung des Hebammenberufs auch gerecht wird.

  2. Die Berufshaftpflicht für Gesundheitsberufe sollte nach den Prinzipen der gesetzlichen Unfallversicherung umgestaltet werden. So würden die Kosten auf mehrere Schultern verteilt und der Beitrag für jede einzelne Hebamme oder Ärzt/in würde sinken.

  3. Wir wollen, dass verpflichtende Personalschlüssel eingeführt werden, die gewährleisten, dass eine Eins-zu-Eins-Betreuung durch Hebammen in allen wesentlichen Phasen der Geburt sichergestellt ist.

  4. Wir wollen, dass der Hebammenberuf bis 2020 nach den Vorgaben der EU vollständig akademisiert wird. So können Hebammen gemäß ihrer Qualifikation eingesetzt und bezahlt werden.

  5. Wir wollen Fehlanreize für medizinisch nicht notwendige Kaiserschnittgeburten durch bundesweite Qualitätsvorgaben beseitigen. Die Aufklärung über verschiedene Geburtsverläufe und deren Folgen soll verbessert werden.

Quelle: https://www.gruene.de/artikel/geburtshilfe-staerken-hebammenberuf-sichern



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